SYRAU
bei Plauen

Syrau liegt auf einer Hochfläche am Rande der mittelvogtländischen Kuppellandschaft (was auch immer das heißen mag ;o)). Bereits seit 1266 taucht der Name "Syraw" oder "Syra" mehrfach in historischen Dokumenten auf. Die Sage erzählt, daß die Ortschaft Syrau einst von einem scheußlichen Lindwurm in Atem gehalten wurde. Ihr Überleben sicherten sich die Ortsansässigen, indem sie dem Drachen ab und zu ein Stück Vieh zum Fraße vorwarfen. In einer Notzeit, als kein Vieh mehr aufzubieten war, der Drache aber nach einem Opfer verlangte, fiel das Los auf eine schöne Bauerntochter. Am Abend vor dem Opfer machte sich ihr Geliebter auf den Weg und tötete das Ungetier. Zum Dank für die Erlösung erbauten die Syrauer auf dem Limpöhl - der heutigen Drachenburg - eine Kapelle, die Liekirch. Auf ihren Grundmauern steht heute die Syrauer Windmühle. 

Die Windmühle ist die einzige noch vollständig erhaltene des Vogtlandes. Seit über 100 Jahren streckt sie ihre mächtigen Ruten in die Luft und trotzt Wind und Wetter. Ihr originales, hölzernes Getriebe war bis vor wenigen Jahren voll funktionstüchtig. Sie ist Zeugnis eines einst blühenden Handwerks und der handwerklichen Fähigkeiten der damaligen Zeit. Der geführte Rundgang gibt einen Einblick in die Arbeitsweise des Müllers. Seit 1982 ist die Mühle Technisches Museum.

Die Sehenswürdigkeit Nummer 2 ist die Drachenhöhle, ein Naturdenkmal,  das am 14. März 1928 vom Steinbruchmeister Undeutsch entdeckt wurde, sie ist die einzige Schauhöhle Sachsens. In der Rekordzeit von einem knappen halben Jahr wurde sie für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Von 550m Ganglänge sind 350m touristisch erschlossen. Während einer 40 Minuten dauernden Führung bewundern jährlich Tausende von Besuchern die unterirdischen Schönheiten: Sinterschmuck, kristallklare Seen und eine Besonderheit: Lehmkegel an den Höhlenwänden. Die Drachenhöhle ist eine Karsthöhle. Während des Eiszeitalters wurde sie von einem unterirdischen Fluß geschaffen. Heute ist ihr tieferer Teil von stillen Seen erfüllt. Die Höhle ist einem devonischen Kalkstein angelegt. Seit Jahrtausenden dringt Niederschlagswasser über Klüfte in den Kalkstein, löst einen Teil davon auf und scheidet ihn in der Höhle als Tropfstein wieder aus. Die wassergefüllten Hohlräume der Drachenhöhle erfordern den Einsatz von Höhlentauchern, um noch weitere evtl. tiefer gelegene Räume zu finden, zu katalogisieren und über Gesteinsproben noch weitere Erkenntnisse über das Gestein zu gewinnen. Besonderer Augenmerk wird in Syrau darauf gelegt, daß der Besucherbetrieb den Naturraum der Höhle so wenig wie möglich belastet. 
Links: Die sogenannte "Badewanne", rechts: Die "Gardine". Das Loch darin stammt von einem russischen Soldaten, der, angetrunken, bei einem Rundgang einen mitgebrachten Stein auf dieses filigrane Mineralgebilde abschoß.

 

 

Die eigentlich dritte Sehenswürdigkeit in Syrau ist das "Haus Vogtland". Nun, in Wahrheit ist es ein kulinarischer Tempel. Die Familie Stein verwöhnt Gäste mit einem Essen, das unbeschreiblich ist - nicht umsonst ist das gar nicht so kleine Lokal fast jeden Abend bis auf den letzten Tisch ausgebucht. Für Liebhaber der ungewöhnlichen, außergewöhnlichen Küche ein absolutes Muß. Wir schämen uns nicht, zuzugeben, daß das Stein'sche Essen einen Großteil zu unserer Entscheidung beiträgt, nun schon seit einigen Jahren nach Syrau zu fahren. Im "Haus Vogtland" kann man auch wohnen, es ist eine kleine, aber feine Pension mit sehr familiärer und gemütlicher Atmosphäre, nichts Luxuriöses mit Sauna oder dergleichen. Aber das Vogtland bietet soviel Sehenswertes, daß man meist sowieso nur zum Schlafen (und natürlich zum Essen) da ist...

Haus Vogtland, 08548 Syrau, Tel. 037431 3342, Dienstag Ruhetag, Sonntag abend geschlossen
Landgasthof & Pension / zweifacher Gewinner der "Erlebniswelt Essen - Auszeichnung" (1994 und 1995)

         

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