Plauener Spitzen und Stickereien haben ihre Wurzeln in einer jahrhundertealten Tradition der Herstellung von Textilien in und um Plauen. Plauen ist bereits im 15. und 16. Jahrhundert Zentrum des Tuchmacherhandwerks und der Baumwollweber. Der allmähliche Niedergang dieses Gewerbes führte auf der Suche nach einer neuen Möglichkeit existenzieller Handarbeit zur Stickerei. 1881 gelingt dem Kaufmann Theodor Bickel, Mitinhaber der Plauener Stickereifirma Mammen als technologische Weltneuheit die Herstellung maschinengestickter Tüllspitze - Ausgangspunkt für die spätere Bezeichnung "Plauener Spitze". Auf der Weltausstellung in Paris erhielt die Plauener Spitze am 18. August 1900 einen Grand Prix. 

Stickautomat, System "Zahn"
Baujahr um 1912
Schiffchenstickmaschine 
(ab 1883)

 

Plauener Spitzen keine Nostalgie - sie werden noch heute in Manufakturen, Spitzenfabrikationen und Stickereien hergestellt. Aktuell verkörpern 60 Unternehmen die Konsolidierung der Stickereibranche. "Plauener Spitze" (R) ist auf den Märkten wieder gefragt und wird auf 450 Stickmaschinen produziert. Heute steht sie als Begriff, der auf all jene einen unwiderstehlichen Reiz ausübt, die einen ausgeprägten Sinn für exklusive Mode, Heimtextilien und edle Accesoires haben.

In einem Teil des Alten Rathauses Plauen befindet sich das Spitzenmuseum. 

Der Mittelteil zeigt das Stadtwappen von Plauen, im oberen Teil ein Bienenstock mit zwei Honigbienen - Detailvergrößerung HIER

 

(Zum Jubiläum von der Firma Richard Seidel und Co., 1887-1912)

 

Klassische Spitzendecke, Ätzspitze, 
Musterentwurf 1967

Nach dem Stickprozeß und dem Entfernen des Stickbodens mittels Ätzverfahrens wurde die Decke, die einen Durchmesser von 130 cm besitzt, mustermäßig aus 127 Einzelteilen zusammengefügt, "zusammengewickelt"

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